Neurogene Detrusorhyperaktivität  

Die neurogene Detrusorhyperaktivität ist eine Blasenfunktionsstörung die durch neurologische Erkrankungen wie zum Beispiel einer Rückenmarksverletzung oder Multiplen Sklerose (MS) bedingt ist.  Je nach neurologischer Grunderkrankung kann die Prävalenz von 20-90 % variieren. 1 Bei diesen Erkrankungen kann es zu einer Unterbrechung der neurologischen Kommunikation zwischen Blasennerven und Gehirn kommen. Der fehlende Informationsfluss führt dazu, dass das Gehirn die Blasenaktivität nicht mehr kontrollieren kann, und es kommt zu einer unwillkürlichen Kontraktion des Blasenmuskels, die zu einer nicht steuerbaren Entleerung der Blase führt. Bei Detrusorüberaktivität können therapeutisch ein Blasentraining, die pharmakologische Therapie mit einem Antimuskarinikum (Anticholinergikum), die chronische Sakralwurzelstimulation, die intravesikale Botulinumtoxin-Injektion sowie die Blasenaugmentation erfolgreich eingesetzt werden.1 Ziel der Therapie sind der Schutz des oberen Harntraktes, Verbesserung der Kontinenz-Situation und Lebensqualität und Wiederherstellung der Funktion des unteren Harntrakts.2


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Quellen:

  1. Haensch, C.-A. et al., Diagnostik und Therapie von neurogenen Blasenstörungen, S1-Leitlinie, 2020, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.),  Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (letzter Zugriff Januar 2022).
  2. Leitlinie „Diagnostik und Therapie von neurogenen Blasenstörungen“, AWMF-Registernummer 030/121 unter www.awmf.org, letzter Zugriff im April 2022

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