10.09.2020


Erstellt in Zusammenarbeit mit Prof. Bechara, Bochum

Schmerzen bei Acne inversa

 

Schmerzen zählen zu den häufigsten und quälendsten Symptomen der Acne inversa. Da durch Schmerzen die Lebensqualität wesentlich eingeschränkt wird, ist es wichtig, Schmerzen gezielt zu behandeln. Für eine passende Therapie muss die genaue Schmerzursache gefunden und alle Faktoren berücksichtigt werden, die Einfluss auf die Wahrnehmung von Schmerzen haben können. 

 


Wie entsteht Schmerz bei Acne inversa?

Entzündungen in der Haut setzen Botenstoffe frei, die Signale an feinen Nervenenden, den Schmerzantennen, auslösen. Es werden sogenannte Schmerzmediatoren ausgeschüttet. Diese machen die Schmerzantennen noch empfindlicher. Die Signale werden über Nervenstränge an das Rückenmark und dann ans Gehirn weitergeleitet. Dort wird der Schmerzreiz ausgewertet und das Schmerzempfinden ausgelöst. 


Unterschiedliche Arten von Schmerz: akut oder chronisch

Zu akutem Schmerz kommt es bei Acne inversa, wenn neue Knoten oder Abszesse in der Haut entstehen. Die Entzündung selbst, aber auch die Dehnung der Haut durch den Knoten lösen Schmerzreize aus. Viele Menschen mit Acne inversa haben jedoch auch einen dauerhaften chronischen Grundschmerz. Dies ist der Fall, wenn eine Entzündung zwar abgeklungen ist, aber trotzdem ein Schmerzsignal weitergeleitet wird. Auch eine ausgeprägte Narbenbildung kann chronischen Schmerz verursachen. 


Schmerztherapie: ganzheitlich und interdisziplinär

Eine Schmerztherapie wird immer individuell ausgewählt. Der behandelnde Hautarzt weiß, welche Behandlung die passende ist. In vielen Fällen ist es sinnvoll, neben dem Hautarzt weitere Fachärzte einzubinden, etwa einen Schmerztherapeuten, einen Psychiater oder einen (Dermato-)Chirurgen. Es kann sowohl die Schmerzquelle behandelt als auch Einfluss auf die Wahrnehmung des Schmerzes genommen werden:

  • Für die Behandlung von Schmerzen, die durch eine Entzündung verursacht werden, ist es wichtig, die Entzündung medikamentös unter Kontrolle zu bringen.
  • Schmerzmedikamente helfen bei akuten Schmerzen. Sie haben unterschiedliche Wirkstärken und -mechanismen.
  • Eine schnelle Linderung akuter Schmerzen, die durch Knoten oder Abszesse entstehen, kann durch eine Operation erreicht werden.
  • Insbesondere bei chronischen Schmerzen muss auch die Psyche berücksichtigt werden. Neben gezielten Entspannungstechniken kann eine psychotherapeutische Behandlung bei der Schmerzbewältigung unterstützen. Medikamente gegen Depression helfen in bestimmten Situationen auch gegen Schmerzen. 

Einfluss der Psyche auf Schmerzen

Die Schmerzwahrnehmung kann durch Stress, Ängste, Belastungen oder gar eine Depression verstärkt werden. Andersherum können auch Schmerzen die Psyche belasten und Stress oder eine Depression auslösen. Bei der Behandlung von Schmerzen ist es daher wichtig, auch die psychische Seite zu berücksichtigen. Gezielt für Stressbewältigung und Entspannung zu sorgen kann die Schmerzwahrnehmung positiv beeinflussen und sollte es zu einer Depression kommen, sollte auch diese behandelt werden. 


Tipps zum Schmerzmanagement:


  • Mit Ihrem Arzt offen über Ihre Schmerzen sprechen und beschreiben, welche Einschränkungen Sie dadurch erleben.
  • Offen für eine psychosoziale Mitbehandlung sein. Sie ist ein wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Schmerztherapie.
  • Bitte keine Selbstmedikation: Nicht alle Schmerzmittel sind für jede Art von Schmerz geeignet. Es müssen auch mögliche Nebenwirkungen oder die Auswirkung auf Begleiterkrankungen beachtet werden.
  • Eine Entspannungstechnik erlernen, z. B. progressive Muskelentspannung, Yoga oder autogenes Training. Eine gute Stressbewältigung kann beim Umgang mit Schmerzen helfen.
  • Weite Kleidung tragen, die nicht an den entzündeten Hautstellen reibt und so Schmerzen weiter fördert.
  • Austausch in der Selbsthilfe suchen. Der Erfahrungsaustausch kann wichtige positive Impulse für die Krankheitsbewältigung geben und so auch beim Schmerzmanagement unterstützen. 

Fazit:


Frühzeitig Acne inversa therapieren, um Schmerzen zu reduzieren und langfristig die Lebensqualität zu verbessern. 



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